Wiedereinführung des Schuldprinzips für türkische Ehescheidungen

Der Gerichtsentscheidung zufolge ist in türkischen Ehen derjenige, der das alleinige oder überwiegende Verschulden an der Zerrüttung der Ehe trägt nicht berechtigt einen Scheidungsantrag zu stellen.

In dem Fall des türkischen Ehepaares aus Stuttgart wurde die Ehefrau von ihrem Mann geschlagen. Der Ehemann wollte die Scheidung, aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und mit seiner neuen Freundin zusammen ziehen. Der Ehefrau konnte keine Mitschuld nachgewiesen werden. Deswegen sei das Veschulden an der Zerüttung der Ehe alleine dem Ehemann anzulasten. Dieser sei aufgrunddessen nicht berechtigt, einen Scheidungsantrag zu stellen. Seine Ehefrau war gegen die Scheidung.

Laut dem Oberlandesgericht würde eine noch verheiratete Ehefrau gegenüber einer geschiedenen Frau, nach der türkischen Rechtswirklichkeit, ein wesentlich höheres Ansehen besitzen. Demnach sei es einer türkischen Ehefrau nicht zumutbar - nur aufgrund des Verschulden ihres Ehemannes - die schlechtere soziale Stellung einer geschiedenen Frau annehmen zu müssen.