Experten schätzen, jedes zehnte Kind stammt nicht von dem Vater, der sich für den Erzeuger hält


Fall
Drei fremde Kinder wollte eine Frau ihrem Mann unterschieben. Nach der Scheidung gab es ein Vaterschaftsanfechtungsverfahren und alles deutet darauf hin, dass der neue Mann der Erzeuger der Kuckuckskinder ist. Anerkannt hat der neue Mann an der Seite der Frau die Vaterschaft aber nicht. Der Ziehvater verlangt aber die Unterhaltsleistungen zurück und klagt.

Urteil
Der BGH entschied (Az. XII ZR 144/06) für den Ziehvater, sodass dieser die Unterhaltszahlungen, die er für seine scheinbaren Kinder ausgegeben hat, von dem Erzeuger zurückverlangen kann. . Auch wenn der leibliche Vater sich weigert, einem Vaterschaftstest zuzustimmen, kann in Extremfällen wie diesen ein genetisches Gutachten erstellt werden, das die Abstammung der Kinder zweifelsfrei belegt.


Tipp: Scheinvätern steht inzwischen einen Auskunftsanspruch gegen die Mutter zu, sofern dieser der leibliche Vater bekannt ist. (Az. XII ZR 136/09). Das Kuckuckskind selbst hingegen können Zahlväter meist nicht zur Kasse bitten. Grund: Unterhaltszahlungen werden überwiegend zur Deckung laufender Kosten geleistet und bereichern das Kind daher nicht. Doch auch andere Zuwendungen, etwa das monatliche Taschengeld oder Geburtstagsgeschenke, lassen sich im Normalfall nicht zurückfordern, da sie aufgrund einer „sittlichen oder Anstandspflicht“ gewährt werden und deshalb nicht zurückgegeben werden müssen.

Quelle