Wie errechnen sich die Kosten einer Scheidung?

Berechnung der Scheidungskosten

Die Kosten der Scheidung ergeben sich grundsätzlich aus den Gerichts- und Anwaltsgebühren.

Diese richten sich nach dem sog. Gegenstandswert, welcher von der Summe des Nettoeinkommens beider Eheleute, das sie innerhalb von drei Monaten erzielen, abhängig ist. Hinzu kommt noch ein Betrag für den Versorgungsausgleich. Allerdings schöpfen wir alle Möglichkeiten aus, den Gegenstandswert zu reduzieren und dementsprechend auch Scheidungskosten zu sparen.

Wir regen bereits in dem Scheidungsantrag an, den Gegenstandswert auf Grund der Einfachheit zu verringern!

Beispielrechnung

Wir möchten Ihnen hier anhand eines Beispiellfalls die Berechnung der Scheidungskosten veranschaulichen:

Nettoeinkommen:

Ehefrau:   1.200 €

Ehemann: 1.200 €

Nettoeinkommen gesamt:

1.200 € + 1.200 € = 2.400 €

Gegenstandswert:

3 x gesamtes Nettoeinkommen = Gegenstandswert

3 x 2.400 € = 7.200 €

Ist ein Versorgungsausgsausgleich durchzuführen, erhöht sich der Gegenstandswert um 10 % des dreifachen gemeinsamen monatlichen Nettoeinkommens (mindestens jedoch um 1.000 €) je Rentenversicherung:

10% von 7.200 € = 720,- €

Da beide Ehepartner, jeweils Anrechte auf eine gesetzliche Rentenversicherung haben, muss dieser errechnete Wert mal 2 genommen werden:

720 € x 2 = 1.440,- €

6.000 € + 1.200 € = 7.200 €

Somit beläuft sich der gesamte Gegenstandswert (inkl. Versorgungssausgleich) auf 8.640,- €.

Hieraus ergeben sich Gerichtskosten in Höhe von 181,- Euro je Partei.

Die Anwaltskosten betragen insgesamt 1.359,58  € also 679,25 € je Partei, soweit diese eine Gebührenteilung vereinbart haben.

Ihre gesamten Scheidungskosten würden sich nach diesem Beispiellfall auf insgesamt 1.721,58 €  bzw. je Partei auf 860,79 € belaufen.

Die Gerichte haben die Möglichkeit den Gegenstandswert nach eigenem Ermessen zu reduzieren. So sind viele Gerichte bereit, bei einvernehmlichen Scheidungen, wenn das Verfahren auch für das Gericht mit wenig Arbeitsausfwand verbunden ist, den Gegenstandswert um bis zu 30% zu verringern. Dies machen die Gericht aber in der Regel nicht von sich aus, sondern erst, wenn es von einer Partei beantragt oder angeregt wird.

Wir regen bereits in dem Scheidungsantrag an, den Gegenstandswert um 30% zu verrringern und je unterhaltsberechtigten Kind 250,- Euro in Abzug zu bringen.

Soweit das Gericht dem folgt sparen Sie in unserem Beispielsfall immerhin zusätzlich 280,15 €!

Sofern ein Kostenvoranschlag erstellt wird, liegt diesem das dreifache monatliche Nettoeinkommen sowie der Mindestbetrag für den Versorgungsausgleich zu Grunde unter Berücksichtigung der vorgenannten Abschläge zugrunde. Da das Gericht nach freiem Ermessen über die Verminderung des Gegenstandswertes entscheidet und die Anzahl der Versorgungsträger, die für die Höhe des Gegenstandswertes mit maßgeblich ist und bei der Erstellung des Kostenvoranschlages in der Regel nicht bekannt ist, erfolgt die Endabrechnung nach endgültiger Festsetzung des Gegenstandswertes durch das Gericht und kann ggf höher ausfallen."

Noch Fragen?

Falls Sie Fragen zu der generellen Berechnung der Scheidungskosten haben oder Sie sich über alle Möglichkeiten der Kostensenkung informieren möchten, rufen Sie uns unverbindlich und kostenlos unter folgender Rufnummer an: Info Telefon Online Scheidung.